Das tragische Tagebuch dieses Mädchens offenbart den absoluten Horror.

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Jedes Kind auf der Welt, welches eine öffentliche Schulbildung genießt, kennt auch das Tagebuch der Anne Frank. Das historische Buch beinhaltet tragische Eintragungen einer jungen Holländerin die zusammen mit ihrer Familie in die Konzentrationslager verschleppt und getötet wurde. Wegen ihrer jüdischen Glaubens.

Und doch gibt es eine weiteres, weniger bekanntes Tagebuch von der deutschen Herrschaft im Zweiten Weltkrieg. Es ist zwar nicht so vollständig wie Franks Werk, jedoch ist das Tagebuch von Tanya Savicheva nicht weniger mächtig. Sie schreibt als Erinnerung an die Hoffnungslosigkeit der Zivilbevölkerung in den besetzten Gebieten während der NS-Machtübernahme.


2015-04-13 23_21_21-Eine 14-Jährige führte ein Tagebuch während der Belagerung von Leningrad

Quelle: wikipedia

Am 8. September 1941 belagerte die deutsche Armee die Stadt Leningrad in der Sowjetunion, welche nach dem dem Zerfall der UDSSR wieder Sankt Petersburg heißen sollte. Die Nazis blieben bis 1944 und schnitten die Stadt systematisch von jeglicher Versorgung ab.

Die ganze Familie von Tanya arbeitete in der Stadt für die Rote Armee, Tanya selbst musste im Alter von 11 Jahren Schützengräben ausheben und Bomben platzieren. Die Blockade und der Umstand, dass Nahrungsmittel nur per Flugzeug oder über den zugefrorenen Ladogasee, der jedoch im Schussfeld der Wehrmacht stand, verschlimmerte die Situation immer mehr.

Temperaturen von bis zu -40 Grad im früh einsetzenden Winter und sinkende Lebensmittelrationen, am Ende 250 Gramm Brot für die Männer und 125 Gramm für Frauen und Kinder, verdeutlichen die grausamen Zustände. Alleine im Dezember 1941 starben über 53.000 Menschen. Viele brachen auf der Straße einfach vor Entkräftung zusammen.


2015-04-13 23_27_12-Eine 14-Jährige führte ein Tagebuch während der Belagerung von Leningrad

Quelle: wikipedia

Die Bedingungen für die Bevölkerung von Leningrad waren brutal. Tanjas Schwester Zhenya, war die Erste, welche die Familie verließ. Nach der Arbeit in zwei Schichten jeden Tag spendete Zhenya immer noch Blut. Ihr Körper konnte der Belastung nicht standhalten und Sie verstarb.


2015-04-13 23_31_48-Eine 14-Jährige führte ein Tagebuch während der Belagerung von Leningrad

Quelle: wikipedia

Über den Winter musste Tanya große Teile ihres Tagebuchs verbrennen, um nicht zu erfrieren. Sie behielt jedoch die letzten Seiten in denen der Niedergang ihrer Familie beschrieben ist. In nur 3 Jahren verlor Sie alle die ihr nahe standen.


„Zhenya starb am 28. Dezember, um 12:00 Uhr 1941
Oma starb am 25. Januar 1942 03.00
Leka starb am 17. März 1942 um 5:00 Uhr
Onkel Wasja starb am 13. April um 2:00 nach Mitternacht 1942
Onkel Lesha am 10. Mai um 4:00 Uhr 1942
Mutter im Mai 13. um 7:30 Uhr 1942
Savichevs gestorben.
Jeder gestorben.
Nur Tanja ist übrig.“

Es ist schwer, sich vorzustellen, was sie durchgemacht hat, aber diese Einträge geben ein erschreckend kurze Eindruck für das, was sie erlebte.


2015-04-13 23_37_49-Eine 14-Jährige führte ein Tagebuch während der Belagerung von Leningrad

Quelle: wikipedia

Tanyas ganze Familie starb infolge der schrecklichen Bedingungen, während der Belagerung von Leningrad. Rund 1.042.000 Zivilisten kamen in diesen drei Jahren ums Leben.


Tanya wurde schließlich im Jahre 1942 gerettet und in Krasny Bor zusammen mit 140 anderen Kindern aufgenommen. Alle Kinder überlebten bis auf Tanya, welche infolge einer Darmtuberkulose fünf Monate nach der Belagerung starb.

Die einzelnen Seiten von Tanyas Tagebuch dienten als Beweis bei den Nürnberger Prozessen. Heute ist es im Stadtmuseum in Sankt Petersburg und auf dem Piskarjowskoje-Gedenkfriedhof ausgestellt. Es ist ein Mahnmal gegen das Vergessen und ein Zeugnis für die Grausamkeit zu der Menschen fähig sein können.

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