Menschenmasse sieht zu, wie ein Tiger ausgepeitscht wird, nachdem er auf seinen Trainer losging

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Das nachfolgende Video zeigt genau, warum Tiger nicht in den Zirkus gehören.

Auf dem Pensacola Interstate Fare in Florida arbeitete eine Trainerin mit ihrem Tiger und alles ging schief. Der Tiger begann gegen das Bein seiner Trainerin zu stoßen, welche daraufhin das Gleichgewicht verlor. Nur einen Moment der Unachtsamkeit später und das Tier war auf ihr drauf.

Ein Zuschauer filmte, wie der Tiger mit seinem Maul den Beinen der Trainerin sehr nah kam. Diese jedoch schlug ihm ins Gesicht und befahl ihm, von ihr herunter zu gehen. Ein weiterer Trainer kommt in den Ring und hebt den Arm, um den Tiger zu auszupeitschen.

Der 2-jährige Tiger Ghandi sieht den Peitschenhieb kommen und packt die Trainerin am Bein. Er zieht sie durch den Ring und sie schreit um Hilfe. Der andere Trainer schlägt gnadenlos auf den Tiger ein.

Warnung: Das Video unten ist verstörend

Im Vordergrund sieht man die geschockten Gesichter einer Gruppe Kinder, die die Show mit der Schule besuchten. Man hört einen Erwachsenen sagen, dass sie wegsehen sollen.

Glücklicherweise konnte die Frau, Vicente Pages, eine frühere Trainerin des Ringling Bros. and Barnum & Bailey Circus, ohne ernste Verletzungen entkommen – ein Glücksfall, denn oft enden Tigerattacken tödlich.

„Er hat sie durch den Ring gezogen und sie hat großes Glück, dass er sie nicht schwer verletzt hat,“ erklärt Susan Bass, PR Director bei Florida’s Big Cat Rescue (BCR). „Es grenzt an ein Wunder, dass sie direkt aufstehen konnte.“

Doch während das Video schwer anzusehen ist, ist es nicht nur das Schicksal der Trainerin, das uns schockt. Auch zuzusehen, wie der Tiger so gewaltsam geschlagen wird, erregt die Gemüter. Aufrufe werden laut, der Zirkus müsse zur Verantwortung gezogen werden, weil er ein wildes Tier in eine Situation gebracht hat, die einen solchen Unfall überhaupt erst zulässt.

„Mit den Worten von Chris Rock, „Der Tiger ist nicht verrückt geworden, er ist zum Tiger geworden'“, erklärt Rachel Matthews, PETA’s stellvertretende Direktorin für Gesetzesvollzug bei gefangenen Tieren: „Es ist niemals überraschend, wenn ein wildes Tier sich so verhält.“

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Bass wiederholte Matthew’s Statement, dass Ghandi „sich einfach wie ein Tiger verhalten hat“. Während Trainer oft behaupten, ihre Tiere seien „zahm“, fügt Bass hinzu, dass es nicht möglich ist die wilden Instinkte von Tigern oder Löwen zu unterdrücken. Sie verweist auf ein Video, das BCR for einigen Jahren veröffentlichte und das Showtiger und andere Großkatzen in der Zufluchtsstätte zeigt. Viele wurden von Menschen großgezogen, bevor sie gerettet wurden. Es zeigt wie sie sich auf ihre Pfleger stürzen sobald diese ihnen den Rücken zukehren.

„Es passiert sobald man ihnen den Rücken zudreht,“ sagt Bass. „Und in diesem Fall sieht es so aus, als wäre die Frau gestolpert, als sie sich mit dem Tiger anlegte. Als sie hinfiel sah er sie in einem anderen Licht. Sein Instinkt übernahm und er dachte „das ist meine Beute“ … oder vielleicht dachte er auch, dass sie mit ihm spielte. Er ist ja noch ein Junges.

Leider macht der Instinkt der Großkatzen es unmöglich sie zu bändigen, auch wenn viele Trainer behaupten es einzig durch positive Bestärkung zu schaffen. Ein Löwe oder Tiger in einem Zirkus kann nicht kontrolliert werden. Es sei denn er wird geschlagen und so sehr verängstigt, dass er sich unterwirft, erklärt Bass.

„Die Trainer möchten gerne, dass man denkt all dies wäre einzig durch positive Bestärkung möglich,“ sagt sie. „Na klar… im Video sehen wir ja wie schnell der Trainer im Käfig war und den Tiger gnadenlos auspeitschte. Er hat natürlich versucht, die Katze von der Trainerin herunterzuscheuchen. Das Menschenleben ist sehr wichtig, aber der Tiger sollte gar nicht erst in diese Position gebracht werden.

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„Es ist wirklich bezeichnend, dass diese Trainer immer eine Peitsche in der einen und eine Gerte in der anderen Hand halten,“ sagt Matthews. „Das Training der Tiere basiert auf Verängstigung.“

Nahezu jede Show mit Raubkatzen hat Misshandlungen im Hintergrund. Trainer stellen den Profit oft über das Wohl des Tieres. Pages, die Trainerin, die attackiert wurde, betreibt die Pages White Tiger Show, bei der weiße Tiger die Stars sind. Ein fragwürdiges Geschäft, denn die weiße Fellfarbe der Tiger ist nicht natürlich. Sie werden einzig für Zirkusse und skrupellose Tierhalter gezüchtet. Durch die Überzüchtung leiden sie an einer Reihe Krankheiten. Fast jeder weiße Tiger schielt und sie leiden oft an Krankheiten wie Nierenproblem oder Deformationen, die zu einem frühen Tod führen.

Die schlechte Behandlung, unter der viele Showtiere leiden, sieht noch kein Ende. Ermittlungen bei Ringling Bros., Pages früherem Arbeitgeber, zeigen unter welchen erbärmlichen Bedingungen die Tiger leben. Stundenlang stehen sie in kleinen Käfigen auf dem Parkplatz, ohne Schutz. Es gibt keinen Auslauf und die Wassertiere haben keine Möglichkeit zu schwimmen. Trainer erzählten den Ermittlern, dass  sie keine Zeit hätten den Auslauf aufzubauen, obwohl sie fast eine Woche an der selben Stelle verbrachten.

Die Tiger wurden außerdem beim Kämpfen beobachtet, weil die Käfige überfüllt waren. Die Tiger hatten Narben von unzähligen Kämpfen oder Verletzungen vom Liegen und Laufen auf dem harten Asphalt.

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Quelle: Jay Pratte

„Die Großkatzen … werden durch Angst, Bezwingung und Bestrafung in Zaum gehalten,“ erklärt Jay Pratte, ein Tiertrainer mit 25 Jahren Erfahrung den Ermittlern. „Die Sprecher, Trainer und Angestellten sagen, dass die Tiere durch Belohnung und Vertrauen gebändigt werden. Was in Wirklichkeit passiert ist körperliche und seelische Verwahrlosung sowie psychische Misshandlung. Die Tiger werden durch Dominanz und auf Angst basierenden Techniken gebändigt.“

„Wenn die Gerten oder Peitschen erhoben werden, zucken die Katzen jedes Mal zurück,“ fügt er hinzu. „Wenn die Tiere sich vorwärts bewegen und es so aussieht als ob sie sich auflehnen wollen, werden sie angeschrien und entweder geschlagen oder mit Peitschenknallen erschreckt.

„Die Menschen sollten sich nicht nur um die Sicherheit der Tiere während der Auftritte sorgen,“ sagt Bass. Sie erklärt, dass Pages jahrelange Erfahrung mit Wildkatzen hatte.

„Auch jahrelanges Training und jahrelange Erfahrung können solche Vorfälle nicht verhindern,“ sagt Bass.

Besonders bei Zirkussen und anderen tourenden Shows werden Tiere oft nur durch Leinen und Zäune vom Publikum ferngehalten. In diesem Fall, kommentierte Bass, zeigt das Video wie der zweite Trainer die Tür zu dem Ring offen ließ. Die Kinder waren somit nicht mehr vor dem Tiger geschützt.

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„Er hätte einfach entwischen und jemanden angreifen können,“ sagt sie und deutet darauf hin, wie schnell Sicherheitsmaßnahmen in einem Krisenfall vernachlässigt werden. „Und die armen Schulkinder, die das mit ansehen mussten. So etwas geht nicht spurlos an einem vorbei. Hätte ich das als Kind gesehen, ich hätte Albträume bekommen.“

Matthews erklärt, dass PETA gegen die Pages White Tiger Show für den Verstoß des Tierschutzgesetzes und Arbeitsschutz Anzeige erstattet hat. OSHA untersucht derzeit den Fall.

Wie es oft der Fall ist, spielen die Betreiber des Zirkus den Vorfall herunter. Vor Veröffentlichung des Videos erzählte David Donnert – Pages Verlobter und der Trainer, der auf dem Video den Tiger auspeitscht – der Lokalzeitung WKRG, dass der Tiger Page nur spielend kratzte. „Er hat sie nicht ernsthaft angegriffen,“ sagte er.

Die Sprecher der Pensacola State Fair, die während des Vorfalls nicht vor Ort waren, erklärten den lokalen Zeitungen ebenfalls, dass Page nur kleine Kratzwunden davontrug und keineswegs gebissen wurde sowie dass der Tiger schnell von ihr abließ.

Even Bekah Nelson, ein Sprecher der Florida Fish and Wildlife Conservation Commission (FFWCC), sagte ebenfalls, dass es sich nur um einen kleinen Vorfall handelte und dass Page nur ein paar Kratzer davon trug.

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Als jedoch das Video veröffentlicht wurde und das Ausmaß der Misshandlung zeigte, entschuldigten sich die Veranstalter und erklärten dem Pensacola New Journal, dass ihre Aussage auf der Information der Trainer basierte, welche die Misshandlung verschwiegen hatten. In einem späteren Statement hieß es von Seiten FFWCC gegenüber People, Page habe durch einen Biss „erhebliche Wunden“ davongetragen.

Page unterzog sich im Krankenhaus einer Operation.

„Wenn ein Tiger dich packt kommst du nicht mit einem Kratzer davon,“ kommentierte Bass. „Der Vorfall trug sich in Florida zu und deswegen wird die Florida Wildlife Commission und das Landwirtschaftsministerium in dem Fall ermitteln.  Natürlich wollen sie die Sache deswegen herunterspielen.“

Mit der Zeit wird sich zeigen, ob Page oder ihre Firma Konsequenzen davontragen werden – und was die Zukunft für Ghandi birgt.

Bis dahin hofft Matthews, dass der Vorfall das Bewusstsein der Menschen aufrüttelt und sie sich von jeglichen Shows, die Löwen oder Tiger beinhalten, fern halten.

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„Solange die Pensacola State Fair und andere Veranstaltungen weiterhin Tiershows anbieten … wird dieser Angriff kein Einzelfall bleiben,“ sagt sie. „Ein Leben in einem Stahlkäfig, wo du immer auf der Hut vor der Peitsche sein musst. Das ist kein Leben für einen Tiger.“

Willst du Tigern wie Ghandi helfen? Dann kannst du jetzt dem BCR Geld spenden oder der Performing Animal Welfare Society. Beide kümmern sich darum, dass von Unterhaltungsshows gerettete Großkatzen ein neues Zuhause bekommen und sie arbeiten aktiv gegen diese Shows.

Du kannst außerdem diese Petition unterschreiben, die fordert, dass Ringling Bros. ein Zeichen für andere Zirkusse setzt und die Tiere aus dem Programm nimmt.

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