Die Psycholgie hinter der Unordnung: Warum kreative Menschen im Chaos erst richtig aufblühen.


unordnung
Unser ganzes Leben lang werden wir dazu angehalten ordentlich zu sein. Organisation scheint der Schlüssel zum Erfolg zu sein. Ob in der Schule, zuhause oder im Ferienlager, Ordnung wird uns von Geburt an eingetrichtert. Und auf der anderen Seite wird uns ständig vorgehalten, dass Chaos und Unordnung direkt und ohne Umwege zum Versagen führt.

Was soll schon aus Unordnung entstehen? Das kann nichts Gutes sein. Oder vielleicht doch? Mehrere kürzlich veröffentlichte Studien der Universität von Minnesota zeigen ein anderes Bild. Eines das FÜR das Chaos spricht.

Das Gerücht, dass Leute mit unordentlichen Schreibtischen viel kreativer seien hält sich konstant. Und auch der Spruch „Das Genie lebt im Chaos“ ist weit verbreitet.

Ich dachte immer dass Leute, die fast in ihrer Unordnung ersticken, auch kreativer und intelligenter sein müssen, allein aus der Not heraus. Die Hausaufgabe von letzter Woche (natürlich noch unbearbeitet) in einer Ecke, eine rausgerissene Seite irgendeiner Zeitschrift in der anderen Ecke, hingekrüppelt neben einer Tube Handcreme und ein paar leeren Getränkedosen und einem schmutzigem Teller – der Schreibtisch sieht aus wie ein Schlachtfeld. Aber dein Schlachtfeld! und daher irgendwie kontrollierbar. Auch wenn es für andere wie ein zufälliges Chaos aussieht, da steckt ein System dahinter – dein System.

Die Psychologin Kathleen Vohs von der Universität von Minnesota, wollte das Gerücht über die Unordnung erforschen und machte dabei aber nicht am Schreibtisch Halt. Vohs stellte die These auf, dass unordentliche Räume mehr kreatives Denken erzeugen, als ordentliche – und fand auch einen wissenschaftlichen Beweis dafür! Dann stellte sie sich die Frage, was genau kreatives Denken anregt und wie deine Unordnung dabei hilft.

 

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Kreatives Denken in seiner Reinform bedeutet außerhalb konventioneller Muster zu denken. Wenn man das so sieht, dann ist es nicht verwunderlich, dass man in Räumen, in denen keine konventionellen Muster zu finden sind, auch kreativer ist.

Wenn du es zum Beispiel vorziehst, deine sauberen Klamotten auf das Bett oder einen freien Stuhl zu „legen“ anstatt sie in den Schrank zu räumen, der nur einen Meter entfernt ist, dann denkst du eben nicht in konventionellen Mustern. Und das gleiche Konzept kann man auch auf abstraktere Bereiche übertragen.

Es ist bekannt, dass sowohl Einsteins, als auch Mark Twains Schreibtische aussahen, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Und die waren eindeutig sehr kreative Köpfe. Ein jüngeres Beispiel für einen desaströsen Arbeitsplatz ist übrigens Steve Jobs.

Heißt das jetzt, man muss nur ein bisschen Unordnung schaffen und schon wird man zum kreativen Genie? Nein, so einfach ist das nicht. Auch wenn eine eindeutige Korrelation zwischen Unordentlichkeit und Kreativität nachgewiesen wurde. Aber leider ist der Zusammenhang nicht kausal.

Aber: probier es doch einfach mal aus, vielleicht hilft dir Chaos ja doch ein bisschen. Und wenn nicht, dann dient die Studie zumindest als gutes Argument gegen genervte Mitbewohner oder Mütter… 😉

 

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